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Workshops Donnerstag 02. Juni
On air -
Einführungskurs
Mit Timo Stadler
Querfunk Karlsruhe
Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen:
Anschließend seit ihr natürlich noch keine perfekten
RadiojournalistInnen, aber ihr werdet die Grundkenntnisse
haben, um eine Sendung zu gestalten und auch etwas über das
Selbstverständnis der Freien Radios wissen.
Audio und Linux/
Webradio bauen Streaming v2
Mit Fredi Flora Hannover und Olly RUM Marburg
1. Teil Vom Mikrofon auf den Server (fredi)
Es wird eine kurze Einführung in digitale Audioverarbeitung geben:
von analog (z.B. Mikrofon) nach digital (z.B. wav-Datei) nach datenreduziert (z.B mp3 oder ogg).
Weiter soll es um das leidige Thema Audiotreiber unter Linux gehen, Sichwort Alsa, Pulsaudio, Jackd, damit auch das
'richtige' Signal zum Server weitergeschickt wird.
Die eierlegende Wollmilchsau unter den Streamingtool ist sicherlich Liquidsoap,
was sowohl clientseitig als auch am Server zusätzlich zu dem wohl vielen bekannten Icecastserver verwendet werden kann.
Damit sollten wir es schaffen uns einen eigenen Radiostream aufzusetzen.
2. Teil Die Praxis: Mit Linuxroutern das Internetradio abzuspielen.
Dass es keine teuren Internetradios oder einen ständig laufenden Rechner benötigt um Internetradio abzuspielen soll im zweiten
Teil des Workshops gezeigt werden. Wir bauen uns selbst aus gebrauchten WLAN-Routern neue Radioempfänger. Das erlaubt zum einen
Einblicke in ein (Mini-)Linux-System und vermittelt Grundlagen in Audio und Streaming für einen praktischen Zweck.
Zum anderen erhalten wir auf günstige Weise ein Küchenradio welches alle freien Radios z. B. zuhause in der WG abspielen kann.
- Fertige Radios können anschließend mitgenommen werden (ca. 20 EuroRouter + 10 Euro ext. Soundkarte)
- Wer einen Laptop hat, kann diesen mitbringen (wird gebraucht zum Überspielen der Software und zur Fernsteuerung des Radios)
Recherche, investigativer Journalismus Die Strukturierte Internet-Recherchen
Mit Albrecht Ude
Recherche im Internet bedeutet mehr, als ein Suchwort bei Google
einzutippen oder einen Blick in die Wikipedia zu werfen. Erfolgreiche
Online-Recherchen nehmen oft einen Umweg: Nicht versuchen, die Frage bei
einer Suchmaschine anzubringen, sondern zunächst überlegen, wer die
Antwort wissen könnte und ob es vielleicht ein spezielles Suchwerkzeug
genau für diese Frage gibt. Online-Recherche umfasst mittlerweile so
unterschiedliche Ansätze, Methoden und Werkzeuge, dass sie zu
strukturiert werden muss, um schneller zu besseren Ergebnissen zu
kommen: Je mehr man weiss, desto besser kommt man zu Ergebnissen
In diesem Seminar geht es darum, Internet-Recherche anhand verschiedener
Kriterien zu strukturieren: Zum einen ist der Frage, wonach gesucht
wird: Personen, Experten oder Organisationen, Sachverhalte und Themen,
Fakten, Statistiken und Datenbanken.
Zweitens spielen die Suchwerkzeuge eine Rolle: Neben den großen
Unversalsuchmaschinen (wie Google) gibt es spezielle Suchmaschinen,
Verzeichnisse und Kataloge, kollaborative Projekte, Datenbanken und
anderes mehr.
Schließlich gibt es unterschiedliche Methoden: die 'normale' Recherche,
analytische Recherche (zielt auf versteckte Daten) forensische Recherche
(zielt auf flüchtige Daten), Computer Assisted Reporting (zielt auf
nicht ersichtliche Informationen) und überprüfende Recherche
(Glaubwürdigkeit von Suchergebnissen).
Voraussetzungen auf Seiten der Teilnehmer: Keine, aber je mehr Wissen um
Computer, Internet und elektronische Kommunikation bereits vorhanden
ist, um so besser.
„Hilfe, ich habe einen Studiogast!“
mit Katharina Mann Dissent Darmstadt
Ein gutes Interview zu führen, ist nicht nur gar nicht so schwer – es
ist sogar verblüffend einfach.
Der Workshop führt Schritt für Schritt und mit praktischen Übungen zur
„aufziehenden Begrüßung“ als klassischem Einstieg in gelungene Interviews.
In diesem Workshop geht es um journalistisches Handwerkszeug pur, mit
Aha-Effekt und großem Anwendungsnutzen für die alltägliche Radioarbeit,
geeignet für Anfangende und Fortgeschrittene gleichermaßen.

Workshops Freitag 03. Juni
Radioworkshop für Kids
Mit Katja Roeckel
Radio Blau Leipzig
Hallo...? Hallo....! Halloooooooo....!!!!
Hört ihr mich da draußen?
Was habt ihr zu sagen? Was findet ihr spannend oder doof?
Dieser Workshop richtet sich an die jungen Teilnehmenden des Radiocamps. Ihr könnt heute das Radiomachen selbst ausprobieren, indem ihr lernt, wie man mit einem Aufnahmegerät Geräusche und Stimmen einfängt und wie man das ganze dann zu einem Radiobeitrag zusammenbastelt.
Natürlich entscheidet ihr selbst, worum es in eurem Beitrag gehen soll.
Solltet ihr bereits eigene Sendungen oder Radiobeiträge gemacht haben, wäre es klasse, wenn ihr diese zum Workshop mitbringen könnt.
Cross Media Publishing & Soziale Netzwerke
Mit Stefan Tenner Radio CORAX Halle
Das Internet ergänzt das Radiomachen immer besser. Medienübergreifender und interaktiver mit dem Web zu arbeiten gehört zum Radioalltag inzwischen dazu. Ankündigungen zu Sendungen und Themen erscheinen nicht mehr nur in einer Programmzeitung sondern auch auf den Radio-Webseiten und zunehmend bei sozialen Onlinenetzwerken wie Twitter oder Facebook, um von HörerInnen weiterverbreitet oder kommentiert zu werden. Wir wollen im Workshop vorstellen und ausprobieren was möglich ist und diskutieren inwieweit alternative Plattformen und freie Software dabei eine Rolle spielen können. Wir werden uns in praktischen Übungen erarbeiten, wie wir Radioinhalte im Internet verbreiten, archivieren oder ergänzen können, um so die Onlinebegleitung zu verbessern und Feedback zu organisieren. Auch zur internen Vernetzung gibt es nützliche, partizipative Online-Werkzeuge: Wikis und Chats dienen zur Sendevorbereitung, Blogs als Archiv für Sitzungsprotokolle und die Möglichkeiten sich mit der Redaktion oder Orga-Gruppe virtuell werden immer zahlreicher. Um ein bißchen Ordnung in die vielen Möglichkeiten zu bringen, wollen wir sie im Workshop gemeinsam ausprobieren. Wer ein WLAN-fähiges Laptop hat, möge das bitte zum Camp mitbringen.
Stefan Tenner von Radio CORAX berichtet beim Medienmagazin "Recherche" regelmäßig über (alternative) Medien und die freie Radioszene und bloggt dazu unter www.medienmagazin.net. Er arbeitet als Journalist und Medientrainer. Für den BFR stellt er regelmäßig den Rundbrief Freier Radios zusammen und engagiert sich beim Community Media Forum Europe (CMFE).
Sprache – Assoziation – Musik
Mit Jonas Grasy (FRS),
Oliver Kempter (FRS),
Stefan Müller (Querfunk)
Radio - frei wovon und frei wozu?
Die theoretische Verständigung, was denn Freies Radio bedeutet und bedeuten kann, steckt seit den Tagen des Breisgauer Radiofrühlings tendenziell in einer Sackgasse. Es geistern zwar eine Menge Vorstellungen von Gegenöffentlichkeit und Basisdemokratie durch die verschiedenen Freien Radios und die dort Aktiven. Einer Diskussion sind diese Essentials jedoch seit den Konstituierungsprozessen der einzelnen Radios in aller Regel nicht mehr ausgesetzt gewesen.
Nun hat sich technisch wie rechtlich seit dem euphorischen Aufbruch viel getan. Die massenhafte Verbreitung von Breitbandanschlüssen macht das Internet zu einem schier unerschöpflichen Serve-and-consume-Reservoir, während auf der anderen Seite immer wieder Angriffe auf die gesetzlichen Grundlagen der Freien Radios stattfinden.
Unter diesen Vorzeichen müssen Schlagworte und Konzepte wie Gegenöffentlichkeit auf ihre Nutzbarmachung für die real existierenden Freien Radios neu abgeklopft werden; genauso wie der veränderten Situation Rechnung getragen werden muss, dass es heute keine den Freien Radios verbundene Bewegung gibt, die für dessen rechtlichen Fortbestand kämpfen könnte oder wollte.
Mit diesem Workshop wollen wir eine versteinerte Diskussion wieder anstoßen. Mit einer kritischen Aufarbeitung von 30 Jahren Praxistheorie Freier Radios, wollen wir zur Diskussion Beitrag leisten, wie Freie Radios in ihrem Selbstverständnis und ihrer eigenen Entwicklungsperspektive wieder auf die Höhe der Zeit zu bringen sein könnten.
Den Einstieg hierfür wollen wir zwischen den Eckpunkten Sprachkritik, Musikkritik und bewusster Form der Assoziation finden. Dabei wollen wir uns explizit von den Klassikern der Radiotheorie abheben und eine kritische Aufarbeitung von Theoriebildung in deutschen und niederländischen freien Radios, kritischer Medienpraxis und materialistischer Sprachkritik betreiben.
Von Copyright, Ruhestörung und §129a - Die Rechtslage beim Radiomachen
Mit Andreas Klug RDL Freiburg
"Demoaufrufe im Freien Radio sind verboten!" Oder auch: "O-Töne aus der Tagesschau dürfen nicht gesendet werden!" (Und: "In den Podcast darf keine Musik!") Alles teils richtig, teils falsch. Aber wo verläuft die Grenze?
In diesem Workshop geht es um Copyright und Copyleft, um die Freiheit der Berichterstattung und ihre Grenzen, um die möglichst freie Praxis des Radiomachens und die ausgelegten Fallstricke. Wir betrachten das politisch-juristische Fundament, auf dem unsere Radios stehen und reden über konkrete Fälle, die im Alltag eine Rolle spielen.
Zip-FM
Mit Wera Morawietz RDL Freiburg
Zip-fm ist das Nachrichtenmagazin aus dem Zusammenschluss Freier Radios. Es wird täglich von Dienstag bis Freitag von Radiomachenden aus verschiedenen Freien Radios produziert. Für jeden Tag ist ein anderes Team zuständig, das eine halbe Stunde Nachrichten aus dem Internetpool von Beiträgen bei freie-radios.net zusammenstellt. Das vielfältige politische Info-Magazin zip-fm wird von Freien Radios des Bundes Verbandes Freier Radios genutzt und per UKW und Internetstream ausgestrahlt.
In dem Workshop wollen wir uns über die einzelnen zip-fm Sendungen austauschen und Sendekritik üben. Darüberhinaus wird die Zip-Redaktion sich neue inhaltliche Schwerpunkte für die nächsten Monate setzen, abhängig von den politischen Ereignissen in der nächsten Zeit. Die Zip-fm Redaktion verändert sich stetig und braucht dringend Zuwachs. Wenn du also Lust hast an einem bundesweiten Team Freier RadiomacherInnen mitzuwirken oder einen Einblick in unsere Arbeit bekommen möchtest, bist du bei diesem Workshop genau richtig.

Workshops Samstag 04. Juni
Gebauter Beitrag, die strukturierte Berichterstattung
Mit Stefan Zimmer
Der Gebaute Beitrag fristet in Freien Radios eher ein Schattendasein.
Die häufigste journalistische Darstellungsform ist das Interview –
häufig aus Zeitmangel oder fehlender Erfahrung.
Im Workshop geht es zunächst grundsätzlich um die Merkmale des Gebauten
Beitrags und dann vor allem in die Praxis: Welche Vorteile bietet ein
Gebauter Beitrag gegenüber einem reinen Interview? Wie organisiere ich
den Arbeitsprozess? Wie und wo komme ich an meine InterviewpartnerInnen
heran? Wen frage ich was? Und welche Töne brauche ich noch für ein gutes
Ergebnis?
Mit praktischen Schreib- und Schnittübungen sollen die Teilnehmenden
lernen, gebaute Beiträge im Radioalltag besser zu planen und souveräner
zu produzieren. Der Workshop richtet sich daher an Teilnehmende, die
bereits Radioerfahrung besitzen.
Eine moegliche Zukunftsversion in der Radioproduktion
Mit Anja Kohfeldt
Die Welt wird immer vernetzter – die Freien Radios scheinen jedoch teilweise sehr allein vor sich hin zu frickeln. Doch wie waere es, gemeinsam eine Morgensendung zu moderieren, die eine im Studio in Flensburg, der andere in Nürnberg im Studio stehend und in vielen Freien Radios ausgestrahlt? Technisch scheint es moeglich. Doch geht das inhaltlich, bei Lokal verankerten Radios? Ist es sinnvoll, ein Mittagsmagazin im gesamten Deutschsprachigen Raum gleichzeitig in Freien Medien zu senden?
In diesem Workshop soll einmal diskutiert werden, ob eine solche Vision denn überhaupt Sinn hat. Wir wollen eine moegliche, überregionale Live-Sendung durchspielen und uns genauer die technischen Möglichkeiten dazu anschauen und testen.
Stimmt´s? Souveräner im Radio sprechen
Mit Ariane Zeuner RDL Freiburg
Wie kann ich entsprechend ansprechend im Radio sprechen? Was tun, wenn die
Luft nicht reicht? Was tun, wenn die Stimme zittert?Kann sich meine Stimme
verändern?
Einführung in ein 15- Minuten-Übungsprogramm zu Atmung, Stimme und
Artikulation. Tipps und Übungen, um mit der Stimme in Kontakt mit sich und
den HörerInnen zu bleiben. Natürlich dürfen auch einige außergewöhnliche
Sprach- und Sprechexperimente nicht fehlen, ganz praktisch erprobt...
Inhalte: Übungen und Feedback zu Ansprechhaltung, Atmung, Stimme und
Artikulation, Kennenlernen eines Trainingsprogramms.
Medienpolitik
Mit Steffen Käthner RUM Marburg
Als 1981 die 'Freiburger Thesen' veröffentlicht wurden oder 1993 der Bundesverband Freier Radios (BFR) entstand, schien es klar zu sein, was Freie Radios sind und was sie auszeichnet. Doch was eigentlich? Und vorallem: zaehlt das heute noch?

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